WACC-Rechner
Ergebnis
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC)
- Eigenkapitalanteil
- 60,00 %
- Fremdkapitalanteil
- 40,00 %
- Fremdkapitalkosten nach Steuern
- 4,50 %
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC) sind das, was ein Unternehmen für das Geld zahlt, das es einsetzt — gemischt über die zwei Arten von Geld, die ihm zur Verfügung stehen. Die Anteilseigner erwarten eine Rendite, die Kreditgeber verlangen Zinsen, und die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten sind diese beiden Kosten, gewichtet danach, wie viel das Unternehmen tatsächlich von jeder Art nutzt. Die eine Asymmetrie, die man vor allem anderen kennen sollte, ist der Steuervorteil: Zinsen mindern die Bemessungsgrundlage der Steuer, Dividenden nicht, deshalb werden die Fremdkapitalkosten nach Steuern gerechnet, während die Eigenkapitalkosten keine solche Minderung erfahren. Die Gewichtung ist zugleich eine Aussage über die Kapitalstruktur eines Unternehmens. Geben Sie Marktwert des Eigenkapitals, Marktwert des Fremdkapitals, Eigenkapitalkosten, Fremdkapitalkosten und den Steuersatz ein, und die Seite liefert die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zusammen mit den beiden Anteilen und den Fremdkapitalkosten nach Steuern, sodass sich der gemischte Satz aus der Anzeige von Hand nachbauen lässt. Der Satz ist damit ein Vergleichsmaßstab: Er ist die Mindestrendite, die ein Vorhaben erreichen muss, damit es den Einsatz von Kapital überhaupt rechtfertigt.
Ein WACC über zehn Verschuldungsgrade bei 12 Prozent Eigenkapitalkosten und 6 Prozent Fremdkapitalkosten
| Fremdkapitalanteil | Eigenkapitalanteil | WACC |
|---|---|---|
| 0 | 100 | 12 |
| 10 | 90 | 11.25 |
| 20 | 80 | 10.5 |
| 30 | 70 | 9.75 |
| 40 | 60 | 9 |
| 50 | 50 | 8.25 |
| 60 | 40 | 7.5 |
| 70 | 30 | 6.75 |
| 80 | 20 | 6 |
| 90 | 10 | 5.25 |
Die Tabelle liest sich als gerade Linie, und das ist der Punkt: Der WACC fällt in gleichmäßigen Schritten von 12 auf 5,25 Prozent, weil die beiden Kostensätze über die ganze Spanne festgehalten werden und nur ihre Gewichte sich verschieben. Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegt der ganze Spielraum, den eine Kapitalstruktur rechnerisch eröffnet, und er beträgt hier mehr als sechs Prozentpunkte — eine Größenordnung, die bei jeder Bewertung über die Laufzeit ein Vielfaches ausmacht. Diese Geradlinigkeit ist zugleich die Grenze der Tabelle: In der Wirklichkeit bleiben die beiden Sätze nicht stehen. Wer mehr Fremdkapital aufnimmt, zahlt dafür einen höheren Zins, und die Eigentümer verlangen für ihren riskanter gewordenen Anteil ebenfalls mehr, sodass die Kurve irgendwo ihren tiefsten Punkt hat und danach wieder steigt. Diesen Punkt kennt die Anzeige nicht, sie zeigt, was aus den eingegebenen Sätzen folgt. Die Zahlen gibt der Rechner unverändert aus: Der Dezimaltrenner ist in der Tabelle der Punkt (11.25 statt 11,25), weil die Spaltenwerte aus der Berechnung kommen und nicht aus einer Textvorlage.
Formel
WACC = Eigenkapitalanteil × Eigenkapitalkosten + Fremdkapitalanteil × Fremdkapitalkosten × (1 − Steuersatz); Eigenkapitalanteil = Marktwert des Eigenkapitals ÷ (Marktwert des Eigenkapitals + Marktwert des Fremdkapitals) × 100; Fremdkapitalanteil = 100 − Eigenkapitalanteil; Fremdkapitalkosten nach Steuern = Fremdkapitalkosten × (1 − Steuersatz)
- Marktwert des Eigenkapitals
- Was der Anteil der Eigentümer heute am Markt wert ist: bei einer börsennotierten Gesellschaft der Kurs mal der Zahl der Aktien, bei einem nicht börsennotierten Betrieb der Wert, den ein Käufer dafür zahlen würde. Der Marktwert ist hier ausdrücklich gefordert und nicht der Buchwert, weil die Kapitalkosten sich danach richten, was ein Geldgeber heute verlangt, und nicht danach, was vor Jahren einmal bezahlt wurde.
- Marktwert des Fremdkapitals
- Was die Schulden des Unternehmens heute am Markt kosten würden, wenn man sie ablöste — nicht nur die Kreditsumme, sondern auch Anleihen und Leasingverpflichtungen, soweit sie verzinst sind. Kurzfristige Lieferantenverbindlichkeiten gehören nicht hinein, weil für sie üblicherweise keine Zinsen anfallen; wer sie mitzählt, verschiebt die Gewichte und senkt den Satz, ohne dass sich an den Kapitalkosten etwas geändert hätte.
- Eigenkapitalkosten
- Die Rendite, die ein Anteilseigner für dieses Risiko erwartet. Sie ist ein Eingabefeld und kein Ergebnis, weil sie aus einer Erwartung folgt und nicht aus einer Zahl in diesem Formular: Man bekommt sie aus einem Modell wie dem Capital Asset Pricing Model, aus Vergleichsunternehmen oder aus dem, was die Eigentümer selbst fordern. Diese Seite rechnet sie deshalb nicht aus, sie gewichtet sie.
- Fremdkapitalkosten
- Der Zinssatz, den das Unternehmen für neues Fremdkapital zahlen müsste — die Grenzkosten des Geldes und nicht der Durchschnitt der alten Verträge, weil ein neues Vorhaben zu heutigen Bedingungen finanziert wird. Von diesem Satz bleibt nach Steuern weniger übrig, und genau das rechnet die nächste Zeile: Der Satz ist der einzige Eingabewert dieser Anzeige, von dem ein Teil durch das Steuerrecht zurückfließt.
- Steuersatz
- Der Steuersatz, den Sie selbst eintragen — diese Seite nimmt keinen Satz eines Landes an, weder einen deutschen noch einen anderen, und rechnet mit genau dem Wert im Feld. Er wirkt ausdrücklich nur auf die Fremdkapitalkosten und nicht auf die Eigenkapitalkosten, weil Zinsen abziehbar sind und Dividenden nicht; dadurch setzt er einen Anreiz zur Fremdfinanzierung, den diese Rechnung sichtbar macht und nicht bewertet.
- Eigenkapitalanteil
- Der Anteil des Eigenkapitals am gesamten eingesetzten Kapital, in Prozent. Er ist das Gewicht, mit dem die Eigenkapitalkosten in den WACC eingehen, und damit die Zahl, die von der Kapitalstruktur bestimmt wird. Er wird auf zwei Nachkommastellen gerundet, und der Fremdkapitalanteil ist dessen Ergänzung auf 100 — dadurch addieren sich beide Gewichte immer exakt zu 100, auch wenn die Marktwerte krumm sind.
- Fremdkapitalkosten nach Steuern
- Der Zinssatz mal eins minus Steuersatz. Er ist der Grund, warum der WACC niedriger liegt als der Durchschnitt der beiden geforderten Sätze: Der Steuervorteil der Zinsen senkt den effektiven Preis des Fremdkapitals. Ist der Steuersatz null, verschwindet dieser Vorteil und die Fremdkapitalkosten fallen mit ihrem vollen Satz in den WACC; ist er sehr hoch, kann der Vorteil den Satz fast auf null drücken.
- Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC)
- Der gemischte Satz, also der Preis des gesamten Kapitals. Er ist kein Zinssatz, den jemand tatsächlich zahlt, sondern eine Rechengröße: die Mindestrendite, die ein Vorhaben erreichen muss, damit es den Kapitaleinsatz rechtfertigt. Er hängt damit zusammen, wofür die Zahl verwendet wird — ein einzelnes Projekt mit anderem Risiko darf nicht ohne Weiteres an ihm gemessen werden, weil er den durchschnittlichen Risikogehalt des ganzen Unternehmens abbildet.
Nutzen Sie die Seite, wenn eine Investition oder ein Unternehmenskauf bewertet werden soll und ein Abzinsungssatz gebraucht wird, oder wenn zu prüfen ist, wie sich eine andere Finanzierung auf den Preis des Kapitals auswirkt. Sie ist auch das Werkzeug, um zu sehen, wie stark der Steuervorteil den Satz drückt: Nehmen Sie die Fremdkapitalkosten nach Steuern in den Blick, und vergleichen Sie sie mit den Eigenkapitalkosten — der Abstand zwischen beiden ist der größte Einzelposten im Ergebnis. Drei Dinge sind dabei zu beachten. Die Gewichte gehören auf Marktwerte und nicht auf Buchwerte: Ein Unternehmen mit einer alten Bilanz, in der das Eigenkapital niedrig steht, würde sonst so gerechnet, als sei es fast vollständig fremdfinanziert. Der Satz gilt für Vorhaben mit dem durchschnittlichen Risiko des Unternehmens: Für eine besonders sichere Investition ist er zu hoch und für eine besonders riskante zu niedrig, und diese Abweichung ist der häufigste Fehler bei der Verwendung. Und alle Eingaben sind Erwartungen: Die Eigenkapitalkosten sind nicht beobachtbar und die Fremdkapitalkosten gelten für neue Mittel, sodass der WACC eine Schätzung mit einer Bandbreite ist und keine Messung — die zweite Nachkommastelle des Ergebnisses ist entsprechend nicht belastbar.
Rechenbeispiele
Die Voreinstellung: 60 Prozent Eigenkapital zu 12 Prozent, 40 Prozent Fremdkapital zu 6 Prozent
- Eigenkapitalanteil: 600.000 ÷ (600.000 + 400.000) = 60 Prozent
- Fremdkapitalanteil: 100 − 60 = 40 Prozent
- Fremdkapitalkosten nach Steuern: 6 × (1 − 0,25) = 4,5 Prozent
- WACC: 60 Prozent × 12 + 40 Prozent × 4,5 = 7,2 + 1,8 = 9 Prozent
Der Steuervorteil ist hier der ganze Unterschied zwischen 9 und 9,6 Prozent, denn ohne ihn würden die vollen 6 Prozent in die Rechnung eingehen: 60 Prozent × 12 plus 40 Prozent × 6 ergibt 9,6. Diese 0,6 Prozentpunkte sind kein Rechenkunststück, sondern der Preis, den der Steuervorteil des Fremdkapitals wert ist, und sie sind der Grund, warum der WACC unter dem gewichteten Durchschnitt der beiden geforderten Sätze liegt. Wer den Abzinsungssatz für eine Bewertung festlegt, sollte diese Differenz kennen, weil sie sich bei jeder Änderung des Steuersatzes mitbewegt.
Ohne Schulden: reines Eigenkapital zu 10 Prozent
- Eigenkapitalanteil: 1.000.000 ÷ (1.000.000 + 0) = 100 Prozent
- Fremdkapitalanteil: 100 − 100 = 0 Prozent
- Fremdkapitalkosten nach Steuern: 7 × (1 − 0,25) = 5,25 Prozent
- WACC: 100 Prozent × 10 + 0 Prozent × 5,25 = 10 Prozent
Ein Unternehmen ohne Schulden hat keinen Steuervorteil aus Zinsen, und deshalb ist der WACC hier genau so hoch wie die Eigenkapitalkosten — die Fremdkapitalkosten stehen mit 5,25 Prozent in der Anzeige, gehen aber mit dem Gewicht null in das Ergebnis ein. Das ist der Ausgangspunkt jeder Überlegung zur Kapitalstruktur: Der Satz sinkt nicht dadurch, dass billigeres Kapital aufgenommen wird, sondern dadurch, dass der billigere Teil ein Gewicht bekommt — und zugleich steigt mit jeder Aufnahme das Risiko des Eigenkapitals, ein Effekt, den diese Rechnung nicht abbildet.
Fremdkapital in der Mehrheit: 30 Prozent Eigenkapital zu 15 Prozent
- Eigenkapitalanteil: 300.000 ÷ (300.000 + 700.000) = 30 Prozent
- Fremdkapitalanteil: 100 − 30 = 70 Prozent
- Fremdkapitalkosten nach Steuern: 8 × (1 − 0,21) = 6,32 Prozent
- WACC: 30 Prozent × 15 + 70 Prozent × 6,32 = 4,5 + 4,424 = 8,924 Prozent, angezeigt als 8,92
Ein hoch verschuldetes Unternehmen mit teurem Eigenkapital hat trotzdem einen niedrigeren WACC als das schuldenfreie aus dem vorigen Beispiel, und das ist keine Paradoxie: Das teure Eigenkapital wiegt nur noch zu 30 Prozent, und der Steuervorteil drückt die Fremdkapitalkosten von 8 auf 6,32 Prozent. Genau diese Rechnung ist der Anlass, aus dem in der Praxis Fremdkapital aufgenommen wird, und zugleich ihre Grenze: Mit jeder weiteren Aufnahme steigen die Fremdkapitalkosten, weil die Kreditgeber das höhere Risiko einpreisen, und das Eigenkapital wird ebenfalls teurer — beide Bewegungen kennt diese Anzeige nicht, sie hält die eingegebenen Sätze fest.
Ein Drittel zu zwei Dritteln: 333.333 gegen 666.667
- Eigenkapitalanteil: 333.333 ÷ (333.333 + 666.667) = 33,3333 Prozent, angezeigt als 33,33
- Fremdkapitalanteil: 100 − 33,33 = 66,67 Prozent
- Fremdkapitalkosten nach Steuern: 6 × (1 − 0,25) = 4,5 Prozent
- WACC: 33,33 Prozent × 12 + 66,67 Prozent × 4,5 = 3,9996 + 3,00015 = 6,99975 Prozent, angezeigt als 7
Der Anteil wird auf zwei Nachkommastellen gerundet und der Fremdkapitalanteil als dessen Ergänzung auf 100 gebildet, nicht aus einer zweiten Division — deshalb stehen hier 66,67 und nicht 66,6667, und deshalb addieren sich die beiden Gewichte immer genau zu 100. Der Unterschied zum ungerundeten Ergebnis liegt in der vierten Nachkommastelle des WACC und damit weit unterhalb der Belastbarkeit dieser Rechnung: Eigenkapitalkosten sind eine Erwartung, und wer den Satz auf zwei Stellen genau angibt, behauptet eine Genauigkeit, die in keiner der Eingaben steckt.
Ein Steuersatz von 100 Prozent: der Vorteil frisst die Fremdkapitalkosten ganz
- Eigenkapitalanteil: 500.000 ÷ (500.000 + 500.000) = 50 Prozent
- Fremdkapitalanteil: 100 − 50 = 50 Prozent
- Fremdkapitalkosten nach Steuern: 8 × (1 − 1) = 0 Prozent
- WACC: 50 Prozent × 10 + 50 Prozent × 0 = 5 Prozent
Ein Steuersatz von 100 Prozent gibt es nicht, und gerade deshalb ist das Beispiel nützlich: Es zeigt, was die Formel an ihrem Rand tut, nämlich die Fremdkapitalkosten vollständig verschwinden zu lassen. Der WACC fällt dann auf die Hälfte der Eigenkapitalkosten, und Rechnungen dieser Art sind der Grund, warum ein Abzinsungssatz, der nur aus Fremdkapitalkosten abgeleitet wurde, jedes Vorhaben zu gut aussehen lässt. In der Wirklichkeit liegt der Satz zwischen null und dem Spitzensteuersatz des jeweiligen Landes, und der wirksame Satz eines Unternehmens kann darunter liegen, wenn es Verluste vorträgt.
Einschränkungen
Der WACC ist eine Schätzung und keine Messung, und die größte Unsicherheit steckt in den Eigenkapitalkosten: Sie sind nicht beobachtbar, sie folgen aus einer Erwartung, und sie gehen mit dem größten Gewicht in das Ergebnis ein, wenn ein Unternehmen überwiegend mit Eigenkapital finanziert ist. Der Steuersatz ist ein Eingabefeld, und diese Seite nimmt keinen Satz eines Landes an — weder einen deutschen noch einen anderen. Sie rechnet mit dem Wert, der im Feld steht, und sie unterstellt dabei, dass das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet und den Zinsabzug tatsächlich nutzen kann; ein Unternehmen im Verlustvortrag hat diesen Vorteil nicht, und sein WACC liegt höher als hier ausgerechnet. Das Eingabefeld für den Steuersatz trägt in der Anzeige den Namen einer bestimmten Steuerart; gemeint ist hier der Satz, den Sie selbst eintragen, und die Rechnung dahinter ist die eines beliebigen Landes. Zwei weitere Grenzen sind praktischer Natur. Die Gewichte müssen Marktwerte sein, und für ein nicht börsennotiertes Unternehmen sind sie nur über Vergleichsunternehmen oder Verhandlungen zu bekommen — ein Buchwert an dieser Stelle verzerrt das Ergebnis stärker als jede Rundung. Und der Satz gilt für Vorhaben mit dem durchschnittlichen Risiko des Unternehmens: Wer eine einzelne Investition mit ihm abzinst, obwohl sie deutlich sicherer oder riskanter ist als das übrige Geschäft, bekommt eine Zahl, die rechnerisch korrekt und für die Entscheidung falsch ist. Nicht abgebildet wird außerdem, dass sich der Satz mit jeder Änderung der Kapitalstruktur selbst verändert: Nimmt ein Unternehmen mehr Fremdkapital auf, steigen die Fremdkapitalkosten und die Eigenkapitalkosten, und beide Bewegungen hält diese Anzeige fest. Zur Herkunft: Bezeichnung und Aufbau folgen der angelsächsischen Praxis der Kapitalkostenrechnung, wie sie die unten verlinkten Quellen verwenden; die Abkürzungen WACC, DCF und IRR stammen aus dieser Praxis und werden hier nicht übersetzt.
Häufige Fragen
- Woher kommen die Eigenkapitalkosten?
- Aus einer Erwartung, und deshalb sind sie ein Eingabefeld und kein Ergebnis dieser Seite. Man bekommt sie aus einem Modell wie dem Capital Asset Pricing Model, in dem ein risikofreier Zins und eine Risikoprämie stecken, oder man leitet sie aus den Erwartungen vergleichbarer Unternehmen ab, oder man setzt schlicht das ein, was die Eigentümer fordern. Alle drei Wege liefern unterschiedliche Zahlen, und die Streuung ist der Grund, warum der WACC keine Messung ist: Wer die Eigenkapitalkosten um zwei Prozentpunkte anders ansetzt, verschiebt das Ergebnis um mehr als jede Rundung in dieser Rechnung.
- Warum mindert der Steuersatz nur die Fremdkapitalkosten?
- Weil Zinsen die Bemessungsgrundlage der Steuer mindern und Dividenden nicht. Ein Unternehmen, das 100 an Zinsen zahlt, versteuert einen um 100 niedrigeren Gewinn, der wirksame Aufwand ist also kleiner als der gezahlte Betrag; eine Dividende wird aus dem versteuerten Gewinn gezahlt und mindert nichts. Deshalb wird der Fremdkapitalkostensatz mit eins minus Steuersatz multipliziert und der Eigenkapitalkostensatz unverändert gelassen. Diese Unsymmetrie ist der Steuervorteil des Fremdkapitals, und sie ist der Grund, warum der WACC unter dem gewichteten Durchschnitt der beiden geforderten Sätze liegt.
- Marktwert oder Buchwert für die Gewichte?
- Marktwert, sobald er zu bekommen ist. Kapitalkosten sind der Preis, den Geldgeber heute für ihre Mittel verlangen, und dieser Preis richtet sich nach dem heutigen Wert des Unternehmens und nicht nach dem Betrag, der vor Jahren bilanziert wurde. Der Unterschied kann erheblich sein: Ein Unternehmen mit einer alten Bilanz, in der das Eigenkapital zu Anschaffungskosten steht, würde auf Buchwertbasis so gerechnet, als sei es überwiegend fremdfinanziert, obwohl der Markt sein Eigenkapital längst höher bewertet. Bei einem nicht börsennotierten Betrieb sind Marktwerte nur über Vergleichsunternehmen oder Verhandlungen zu schätzen, und dann ist die Schätzung Teil der Unsicherheit der ganzen Rechnung.
- Darf ich den WACC für ein einzelnes Projekt verwenden?
- Nur, wenn das Projekt das durchschnittliche Risiko des Unternehmens hat. Der WACC ist der Preis des Kapitals für das ganze Unternehmen und damit ein Durchschnitt über alle Geschäfte hinweg — ein neues Vorhaben, das deutlich sicherer ist, wird damit zu streng beurteilt und eines, das deutlich riskanter ist, zu milde. Für solche Fälle wird der Satz für das jeweilige Risiko angepasst, üblicherweise über Vergleichsunternehmen derselben Branche. Wer den WACC unbesehen als Hürde für alle Vorhaben nimmt, bekommt systematisch zu viele riskante Projekte und zu wenige sichere.
- Was passiert bei einem Steuersatz von null oder von 100 Prozent?
- Bei einem Steuersatz von null verschwindet der Steuervorteil, die Fremdkapitalkosten gehen mit ihrem vollen Satz in den WACC ein, und der Satz liegt höher als mit Steuern. Bei 100 Prozent sinken die Fremdkapitalkosten nach Steuern auf null, und der WACC fällt auf den Eigenkapitalanteil mal der Eigenkapitalkosten. Der zweite Fall kommt in der Wirklichkeit nicht vor und ist trotzdem lehrreich: Er zeigt, wie stark ein sehr hoher angenommener Steuersatz ein Vorhaben rechnerisch begünstigt, und warum ein aus Fremdkapitalkosten abgeleiteter Abzinsungssatz ohne Steuerkorrektur die Dinge zu gut aussehen lässt.
- Bleibt der WACC für immer gleich?
- Nein, und er ändert sich sogar durch die Entscheidung, für die er verwendet wird. Die Gewichte hängen vom Verhältnis der Marktwerte ab, das sich mit jeder Finanzierung verschiebt, und die beiden Kostenkomponenten reagieren darauf: Nimmt ein Unternehmen mehr Fremdkapital auf, verlangen die Kreditgeber wegen des höheren Risikos einen höheren Zins, und die Eigentümer verlangen eine höhere Rendite, weil ihr Anteil am Unternehmen riskanter geworden ist. Beide Bewegungen hält diese Anzeige fest, weil sie die Sätze als Eingabe nimmt. Ein WACC ist deshalb immer eine Aussage über eine bestimmte Kapitalstruktur zu einem bestimmten Zeitpunkt und nicht eine Eigenschaft des Unternehmens.
Quellen
- Circular A-94, Guidelines and Discount Rates for Benefit-Cost Analysis of Federal Programs — the United States Office of Management and Budget's guidance on discount rates, including why a nominal rate built from the cost of capital is the right basis — Office of Management and Budget, Executive Office of the President (United States)
- Liability/Debt — the glossary definition of a liability and of debt as the obligation to repay, which is the second of the two components being weighted — Investor.gov, U.S. Securities and Exchange Commission (United States)
- Market Capitalization — the glossary definition of the market value of a company's equity, which is what belongs in the equity field rather than the book value — Investor.gov, U.S. Securities and Exchange Commission (United States)